Über uns
- Die Kirche im "Viertel".
Die Friedenskirche ist älter als
das "Viertel". Als Bremen noch viel kleiner war, wurde
sie 1869/70 auf freiem Feld erbaut. Während des deutsch-französichen
Krieges, daher ihr Name. Im Zuge der Industrialisierung zogen viele
junge Menschen vom Land in die wachsende Großstadt, um Arbeit
zu finden. Sie hatten die alten Bindungen der bäuerlichen Großfamilie
verlassen. Nun bestand die Gefahr, dass sie im proletarischen Vorstadtmilieu
"verloren gehen" könnten. Um der Vereinsamung und
Verelendung im "Viertel" entgegen zu wirken, baute die
"Innere Mission" die Friedenskirche: von Anfang an gedacht
als Mitte des Stadtteils und Ort der Begegnung. Auch heute fühlen
wir uns diesem Auftrag verbunden. Auf zeitgemäße Weise.
Offen evangelisch.
Heute ist das Steintor Bremens Szene-Viertel.
Programmkinos, Kneipen und Initiativen prägen das Klima hier
ebenso wie die Drogenszene und eine enge Bebauung. Die Friedenskirche
und das Gemeindehaus sind wichtige Orte für Veranstaltungen
und Begegnungen inmitten des urbanen Lebens im Quartier nahe der
Innenstadt. Wir sind für die Menschen im Viertel da - so verstehen
wir unseren Auftrag. Wir wollen Raum bieten für Begegnung und
Gespräch, zum Nachdenken und gemeinsamen Handeln. In Gottesdiensten
und in unserer Lebensberatungsstelle, die offen ist für alle,
die Rat suchen oder einfach ein offenes Ohr. In Konzerten, Seminaren,
Projektwochen und Ausstellungen zu aktuellen Themen. In Gemeindegruppen,
im Kindertagesheim, der Jugend- und Stadtteilarbeit, im Besuchsdienst
für ältere Bewohner/innen oder im Seniorenkreis. Immer
geht es um das Eintreten für Gemeinsinn - gegen unsoziale Gemeinheit
und die Vereinzelung von Menschen.
Gemeinsam für die Menschen im
Stadtteil.
Einmal im Jahr laden wir gemeinsam mit
dem "Viertelbürgermeister" und anderen kommunalen
Partnern die Bewohner/innen des Quartiers zum gemeinsamen Essen
und Meinungsaustausch ein, um lokale Netze zu stärken. Die
Ev. Friedensgemeinde arbeitet eng zusammen mit Initiativen und Kulturschaffenden
des Stadtteils, die sich als "feste Gäste" dauerhaft
in unserem Gemeindehaus eingerichtet haben, z.B.: Das Kinderschutzzentrum
Bremen und der Deutsche Kinderschutzbund, der Verein "Kinder
haben Rechte, die "Bremer Chorwerkstatt" und andere
haben hier ihr Domizil.
Näheres über die Veranstaltungen finden Sie im aktuellen
Gemeindeblatt, das Sie auf dieser Website nachlesen oder herunterladen
können. Die Rubrik "Gemeindearbeit" gibt zahlreiche
Hinweise.
Viel Spaß beim Stöbern.
Wissen, wo man hingehört.
Die Erfahrung zeigt: Viele zählen
sich zur Friedensgemeinde, sind aber (ohne es zu wissen) anderswo
Gemeindemitglied. Andere würden gern gezielt die Arbeit dieser
Gemeinde unterstützen, weil sie über ein besonderes inhaltliches
Profil sowie ein erkennbar anderes Gemeindekonzept verfügt.
Daher wollen wir hier mal die verschiedenen Möglichkeiten aufzählen,
dazu zugehören.
Der kleine Gemeindebezirk.
In Bremen wird man üblicherweise
zunächst der Gemeinde zugewiesen, in deren Bezirk man wohnt.
Das Gebiet der evangelischen Friedensgemeinde ist jedoch extrem
klein, es umfasst lediglich das “Fesenfeld”. Die Gegend
erstreckt sich in Nord/Süd-Richtung zwischen Bismarckstraße
und “Vor dem Steintor”. Im Osten beginnt es an der Friedrich-Karl-Str.,
das Krankenhausgelände gehört also zur Friedensgemeinde
(nicht jedoch die Straßen “Am Schwarzen Meer”
und“Sorgenfrei”, die gehören zum Dom!). Im Westen
endet unser Bezirk bereits mit der Kepler- sowie der Ritterstraße
(in der Herderstraße sowie dem Fehrfeld beginnt bereits wieder
das Domgebiet!). Diesen Grenzverlauf muss man nicht verstehen, er
hat historische Gründe.
Wichtig aber ist: Wer evangelisch ist und in diesem Gebiet wohnt,
wird normalerweise zur Friedensgemeinde gerechnet. Umgekehrt aber
gehören alle anderen zunächst nicht, jedenfalls nicht
automatisch, zu uns! Wohnen Sie außerhalb des Fesen- felds,
z.B. in Peterswerder oder im Geteviertel, in Schwachhausen, im Dobbengebiet,
im Ostertor oder im Steintorviertel zur Weser hin, dann gehören
Sie vermutlich einer anderen Gemeinde an – und Ihre (getauften)
Kinder auch.
Wahlfreiheit.
Aber, keine Sorge: Wer es wünscht,
kann mit einem Übertrittsformular zu uns wechseln. Denn in
Bremen können grundsätzlich alle Mitglieder der Evangelischen
Kirche sich “ihre” Gemeinde frei wählen. Das hat
den Vorteil, dass niemand gegen seinen Willen einer bestimmten Gemeinde
mit deren inhaltlichem Profil zwangsweise zugerechnet wird. Alle
können sich für eine Gemeinde entscheiden, die zu ihnen
“passt”. Wie so oft im Leben hat die Wahlfreiheit jedoch
ihren Preis: die Lage wird unübersichtlicher. Immer wieder
sind Menschen, die sich seit langem der Friedensgemeinde zugehörig
fühlen, überrascht zu hören, dass sie schon seit
Jahren einer anderen Gemeinde zugerechnet werden. "Aber ich
bin doch in der Friedenskirche getauft und konfirmiert worden…”
heißt es dann. Das ist sicher richtig. Nur: nach Umzügen
werden Sie mit der amtlichen Ummeldung zunächst automatisch
der Gemeinde zugerechnet, in deren Bezirk Sie neuerdings wohnen
– es sei denn, Sie erklären ausdrücklich einen anderen
Wunsch.
Gemeindeübertritt.
Egal, wo man innerhalb Bremens wohnt,
mit Hilfe des “Übertritts” kann sich jede und jeder
die Gemeinde selbst wählen. Das sollten Sie (und Ihre Kinder)
aber bitte auch tun, wenn Sie zur Friedensgemeinde zählen möchten.
Rufen Sie dann doch einfach im Gemeindebüro an, wir senden
Ihnen das Übertrittsformular gern zu. Denn mit Ihrer Mitgliedschaft
unterstützen Sie tatkräftig unsere Arbeit – und
Sie erhalten automatisch unser Gemeindeblatt nach Hause mit allen
wichtigen Informa-tionen für Sie. Herzlichen Dank!
Taufe.
Am Beginn der Kirchenmitgliedschaft steht
die Taufe. Viele meinen, dies sei “nur was für Kleinkinder”,
stimmt aber gar nicht. Weltweit überwiegt die Form der Erwachsenentaufe.
Und auch in unserer Gemeinde lassen sich viele Erwachsene taufen.
Die Friedenskirche ist längst zu einer “Taufkirche”
geworden, hier werden außergewöhnlich viele Taufen gefeiert
- und mehr als die Hälfte davon sind für Jugendliche und
Erwachsene. Man kann die Taufe im Sonntagsgottesdienst begehen oder
im Anschluss daran bzw. an einem anderen Wochentag im kleineren
Kreis. Dafür reicht es, sich mit dem Pastoren zu verständigen.
Herzlichen Dank.
Wiedereintritt.
Besonders im “Viertel” gibt
es viele, die früher getauft wurden, später aber aus der
Kirche ausgetreten sind. Dafür gibt es viele respektable Gründe.
Manchmal ist es vor allem der knappe Geldbeutel gewesen, der den
Ausschlag gegeben hat. Manchmal eine Art “Entfremdung”.
Oder man wollte sich schlicht von alten Traditionen und Bindungen
emanzipieren. Nach einiger Zeit aber denken viele dann doch wieder
anders darüber. Sie nähern sich den Glaubensfragen wieder
an oder stellen über die Jahre fest, dass die evangelische
Kirche oder eine konkrete Gemeinde inhaltlich den eigenen Grundüberzeugungen
doch sehr nah ist. Häufig sagt jemand: “Ich habe mich
immer sozial und politisch engagiert. Aber von vielen einstigen
Kollegen ist längst weit und breit nichts mehr zu sehen. Schließlich
bemerkte ich: Die Kirche, so fremd sie mir auch zeitweise war, hat
einen langen Atem bewiesen. Wo immer ich mich engagiert habe, war
sie in meiner Nähe…”
Und so kehren doch viele, die mal ausgetreten waren, (speziell in
unsere Gemeinde) wieder zurück. Keineswegs unkritisch, aber
nach einem jahrelangen Prozess des Nachdenkens durchaus entschlossen.
Herzlich gern können auch Sie wieder eintreten, wenn Sie dies
wünschen. Dazu wenden Sie sich bitte an den Pastoren, der Sie
dann im Namen der Friedensgemeinde willkommen heißt.
Förderverein unterstützen.
Es gibt viele (ob Gemeindemitglied oder nicht),
die speziell die Arbeit dieser profilierten Gemeinde zu unterstützen
bereit sind. Dafür gibt es den “Förderverein Friedensgemeinde”.
Hier kann man monatlich oder jährlich einen selbst bestimmten
Betrag Spenden, der dann unmittelbar der Arbeit der Friedensgemeinde
dient.
Im vergangenen Jahr sind daraus beispielsweise die Kinderchor- und
Jugendarbeit, Senioren sowie der soziale Ausgleich im Viertel gefördert
worden. Außerdem wurde der Ausbau des Café Pax möglich
gemacht, wo ein Raum für nachbarschaftliche Begegnung geschaffen
wurde (z. B. für das Arbeitslosenfrühstück, die Hausaufgabenhilfe,
den Mittagstisch, den offenen Familientreff oder auch die Übertragung
von Fußballspielen). Künftig werden wir diese Spenden
zunehmend benötigen, damit die Gemeinde auch weiterhin für
die Menschen im Quartier da sein kann.
Der Förderverein ist als gemeinnützig anerkannt, Spenden
sind steuerlich abzugsfähig.
Danke für alles.
Höchste Zeit, sich bei allen, die die Gemeinde
unterstützen, ganz herzlich zu bedanken. Jedes Mitglied und
jede/r Spender/in leistet einen wertvollen Beitrag zum großen
Ganzen. Eine Kirchengemeinde ist eine Solidargemeinschaft. Sie sollte
sich nicht um sich selbst drehen, sondern sich für die ihr
anvertrauten Menschen stark machen. Mit Ihrer Hilfe arbeiten wir
daran, anderen zu helfen. Schließlich ist es gut zu wissen,
wo man hingehört.
Besten Dank!
Herzlich Ihr Pastor Bernd Klingbeil-Jahr
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